Gute Zeiten, schlechte Zeiten - und warum wir ein Fundament brauchen

Es gibt ja noch immer die, die an der Wirkung und Wirksamkeit strategischer und kontinuierlicher Kommunikation zweifeln. „Wir brauchen das nicht“, „Wir sind nicht an Publicity interessiert“, „Wir sind keine Consumer-Company“... Ich habe schon längst aufgegeben, den Zweiflern den Wert der Kommunikation nahe zu bringen und PR für PR zu machen. Sie werden schon sehen, denk ich mir heimlich... Tja, und dann passiert’s: Die Company kommt auf den medialen Radar – selten wegen einer guten G’schicht...sondern eher dann doch in Krisenzeiten. Und es wird recherchiert... nur man findet nichts bis wenig, weil „man ja nicht kommunizieren muss“. Nur weil man nichts findet, heißt das nicht, dass nicht geschrieben wird...im Gegenteil. Und man kann so gar nicht mehr die Inhalte bestimmen oder zumindest ein bisschen beeinflussen. Kontrolle über das, was da über einen geschrieben wird, hat man nicht mehr. Die Verwunderung ist groß: „Warum schreiben die das?“, "Die haben ja keine Ahnung, was wir alles tun!" Das Fundament für eine kontrollierte Kommunikation in Krisenzeiten, schafft man in den guten Zeiten. Davon kann man in schlechten Zeiten zehren...Das sei allen Zweiflern ins Stammbuch geschrieben.

Der Mörder-Sager - weil Liken vor Lesen kommt

Sie müssen knackig sein...irgendwie erfrischend...und eine relevante Aussage auch noch beinhalten – die Zitate. Es ist ja mein Lieblingspart beim Schreiben von Presseaussendungen, beim Ausarbeiten von Interview-Briefings - das Texten des Zitats, das Formulieren des Sagers. Die Entwicklung des Sagers braucht besondere Aufmerksamkeit, Hingabe und Zuneigung. Sonst wird er nix. Oft is er zu lahm – weil zu content-getrieben...oder zu beliebig, weil wir uns nicht mehr trauen oder zu zusammenhanglos und damit irrelevant.  In einem Satz, in einer Überschrift die Message rüberzubringen, das ist das Ziel. Und für alle, die nun maulen, „das ist so oberflächlich, du muss mit gutem Inhalt auffallen“ – ja eh. Aber meine Aufgabe ist es, dem guten Inhalt die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Und das funkt eben mit dem Mörder-Sagen. Denn seien wir uns mal ehrlich: Wie oft lesen wir in der Zeitung die Überschriften und im Vergleich dazu den ganzen Artikel...oder klicken wir wahrhaftig jedes Mal in den Facebook-Post...nö...denn Liken kommt vor Lesen und mit dem Mörder-Sager, hamma immerhin die Message geliefert.

Der Kuss der Muse - über die Kunst und die Fertigkeit kreativ zu sein.

Bei all den wundervollen Aufgaben, die ich in meinem Job habe, ist das Ideen-Konzept eindeutig meine liebste. Der Kreativität freien Lauf lassen...Machbarkeit, Sinnhaftigkeit und Budgettauglichkeit werden erst beim nächsten Schritt zum Killer. Alles ist erlaubt...nicht nur erlaubt, sondern gewünscht. Endlich. Was aber, wenn mir diesmal nichts einfällt? Wenn mir einfach nichts einfällt. Die Ideen nicht sprudeln, der Cursor blinkt und das Papier weiß bleibt. Ja, Freude und Angst liegen da verdammt knapp beieinand. Gottseidank hat man nach 20 Jahren Strategien dafür entwickelt. Um genau zu sein, habe ich zwei Strategien und sie sind vollkommen konträr: Die eine ist ein Klassiker: Hirn frei kriegen...iPhone auf lautlos...Macbook zuschlagen...laufen gehen...Die E-Mails, Calls und To-Do-Listen weit hinter sich lassen und draußen sein. Die andere ist das absolute Gegenteil: Lesen, Surfen, Wissen aufsaugen...Eine Methode geht immer. Der Kuss der Muse ist fast garantiert. Welche, muss ich manchmal ausprobieren. Was sie gemeinsam haben: Sie brauchen Zeit. Der kreative Prozess ist ein Prozess, vielleicht eine Kunst und mitunter eine Fertigkeit.

Fragen oder nicht fragen? - Über das ewige Dilemma mit dem Briefing

Das Briefing, der beste Freund des Beraters. Da steht alles drinnen, was man wissen muss...alles...naja manchmal...eher eine Leitlinie...hmm, „Sie wissen eh, was ich meine“...Nein, weiß ich eigentlich nicht...Wer seit 20 Jahren auf beiden Seiten in der PR tätig ist, hat eine gewisse Hassliebe zum Briefing entwickelt. Ist es zu detailliert, zu eng, zu exakt, lässt es wenig Spielraum, wenig Platz für Phantasie, für Kreativität. Ist es zu schwammig – was im Alltag eher der Fall ist – kann man mit dem Konzept schwer daneben liegen...weil wir keine Hellseher sind, sondern eben PR-Berater. Da sitzt man vor dem Briefing, entwickelt das Konzept und die Fragen tauchen auf...und auf die Fragen, folgt die Gewissensfrage: Soll ich nachfragen? Ich bin mir da bis heute nicht so sicher...nicht, weil ich zu schüchtern bin, den potenziellen Kunden anzurufen, sondern, weil ich mir oftmals denke, fängt nicht hier schon meine Beratung an? ...erwartet er von mir, dass ich mir schon eben diese Gedanken mache, weil das Briefing und damit die Analyse der Ausgangssituation und die Definition der Zielsetzung zu meiner Aufgabenstellung gehört? Zumeist ruf ich nicht an...

"Die Geister, die ich rief..." - was Vegan-König Attila vom Zauberlehrling lernen kann

Promi-Koch, Vegan-Ambassadeur und TV-Sternchen Attila vermarktet seit Jahren geschickt die fleischlose Ernährung unter Bobos, Hipsters und Ökos. Von „Schlag den Star“ bis „Let’s Dance“ genießt er vermeintlich das Rampenlicht.  Bis eine Journalistin des Tagespiegels es wagte, sein Lokal zu testen und zu bewerten. Die Kritik fiel wohl nicht sehr positiv aus, aber die Reaktion war dennoch denkwürdig. Noch selten hat ein Promi Journalisten so beschimpft, bedroht und verflucht. Tja, lieber Attila, auch du musst mit Kritik umgehen können. Auch mit öffentlicher. Die „labbrigen Pommes“ bringen den Koch zum Kochen...echt jetzt? Sicher ist es hart, Kritik einzustecken. Sicher ist es besonders hart, öffentlich Kritik einstecken zu müssen. Nur: Wenn man das nicht kann, darf man nicht den Schritt in die Öffentlichkeit gehen. Die Geister, die ich rief, werd ich nicht los...das wusste schon der Zauberlehrling. Jahrelang aktiv PR zu machen, sich selbst als Pionier der veganen Küche in der Öffentlichkeit zu vermarkten, Publicity dazu nutzen, um das Geschäft anzukurbeln und dann mit etwas Kritik nicht umgehen zu können? Bursche, das musst dir früher überlegen!

 

Let's get emotional - warum Empathie die neue Authentizität ist und nicht das Gegenteil von Professionalität

„Authentisch soll er sein“...authentisch gilt als das Zauberwort für einen erfolgreichen Politiker, Promi oder Manager. Aber das mit der Authentizität hat so einen Haken, denn wenn die Kerneigenschaft desjenigen Selbstverliebtheit, Machtgier oder Geltungsdrang ist, ist „authentisch sein“ kein Erfolgsgarant. Neben der Authentizität wird dann noch Wert auf die Professionalität gelegt. Professionelles Auftreten, um keine Antwort verlegen sein, immer unter Kontrolle, nie laut werden, nie emotional werden... Warum? Warum wollen wir keine Emotionen sehen? Ich will Emotionen sehen! Denn das sind Menschen mit Emotionen. Mit Empathie zeigen sie, wer sie sind, was ihnen wichtig ist, dass Dinge nicht an ihnen abprallen wie an einer Teflon-Pfanne. Ich will viel lieber Emotionen sehen als diese „Authentizität“ und angelernte Professionalität! Ist doch nur menschlich, oder?

Der X-Faktor - warum ein erfolgreicher Blog Handwerk und nicht Hexerei ist

Bloggen gehört schon länger zum guten Ton oder sagen wir mal ins Portfolio des PR-Profis - respektive erfolgreicher Manager, Persönlichkeiten, Stars und Sternchen. Nun geht der eine Blog so richtig ab und der andere versumpert irgendwo im Nirwana des World Wide Webs. Gerade die Generation der 40+-Digital-Immigrants rätselt dann gern über das Wunder erfolgreicher Blogs, und sie verstehen so gar nicht, warum die eigene Kolumne ungelesen und unkommentiert bleibt. Es wird dann gern der Hexerei, Magie oder sonst einem unerklärlichen Phänomen der Neuzeit zugeschrieben. Aber den X-Faktor im erfolgreichen Bloggen gibt es nicht. Denn ein Blog wird dann erfolgreich, wenn er gut gemacht ist – wie jede andere Maßnahme in der Medienarbeit...Eine gute Presseaussendung bietet einen Newswert. Ein guter Blog bietet einen Mehrwert. Mein Content muss informieren, inspirieren oder unterhalten. Einfach Relevanz haben. Dann muss ich ihn für die Zielgruppe geeignet platzieren, und er muss kontinuierlich erschienen. Das war das kleine 1x1 für erfolgreiches Bloggen! Ich hoffe, das hat euch jetzt unterhalten...informiert...oder inspiriert... 

"Und alles läuft perfekt" - warum Schönreden noch selten eine gute Idee war

Ich will ja jetzt gar nicht Bezug auf einen aktuellen Anlass nehmen, oder gar den Nationalratswahlkampf in good old Austria kommentieren. Nur ganz allgemein möchte ich schlicht den Kern der Geschichte hier ausarbeiten...Manchmal rennen die Dinge einfach nicht so wie sie sollen. Ich denke, das ist uns allen schon passiert...denn unfehlbar sind die Wenigsten von uns...bei einem Projekt, oder auf der Uni, in der Karriere, im Sport geht mitunter mal was schief. Wenn der Hund drin is, is der Hund drin. Blöd auch, wenn man dabei mitten im öffentlichen Interesse steht, denn dann muss man zu den Missgeschicken, Fehltritten und Ausrutschern Stellung nehmen. Meine Empfehlung: Herz in die Hand nehmen, die Sache offen ansprechen, entschuldigen, Besserung geloben, demütig sein. Das ist die einzige Chance, gut aus so einer Sache rauszukommen. Wenn man Glück hat, gelingt es sogar, dass man Sympathiepunkte abräumt. Aber: Leungen, Schönfärben und Schönreden hilft nur selten. Es ist einfach unglaubwürdig und manchmal gar lächerlich...und das macht dann die Sache nur noch schlimmer...weil dann kann ich nicht mal mehr auf den Mitleidseffekt hoffen...

Oberfläche bis zum Grund? - Reden wir mal über's Outfit und nicht über den Inhalt

Es gilt allgemein als besonders oberflächlich, wenn man sich zu viele Gedanken über sein Aussehen macht. Aber die Frage: „Was zieh ich an?“ beschäftigt man...frau...nicht nur bei der Hochzeit der besten Freundin oder der Girl’s Night Out. Bei der Präsentation, der Verhandlung, beim Interview - auch wenn Kleidung kein Content ist, sagt sie dennoch etwas aus. „Sei wer du bist“ und „Zieh an, worin du dich wohlfühlst“ sind nur bedingt die besten Ratgeber. Die Zeiten des Standard-Outfits – Anzug für die Jungs und Kostüm für die Mädels – sind vorbei. Das kann bei mancher Zielgruppe heute der absolute Overkill sein. Besonders extravagant wirken zu wollen, kann ebenso in die sprichwörtliche Hose gehen. Hingegen: Akzente setzen, leicht aus der Rolle fallen, um den Charakter zu unterstreichen, machen so richtig Sinn. Drum sollte man tatsächlich, den einen oder anderen Gedanken an sein Outfit verschwenden...ich mein’ natürlich investieren und nach diesen Prinzipien handeln: Zieh dich immer einen Hauch besser an als dein Publikum, wähle ein Outfit, das für deine Profession und Branche steht und setze einen Akzent, der deine Besonderheit subtil unterstreicht. Dann darfst du perfekt gestylt deinen Content zum Besten geben!

 

Von harten Nüssen und programmiertem Scheitern - soll man Kamikaze-Jobs in der PR annehmen?

Mein Traumjob in der PR-Welt ist wieder zu haben. Der White House-Sprecher hat kürzlich das Handtuch geworfen – und die Medien haben ihm dazu von Herzen gratuliert. Ja, Pressesprecher für den Präsidenten ist, glaub ich, zur größten Herausforderung in der PR-Welt geworden – um es diplomatisch zu formulieren. Vermutlich ist der Job unlösbar...keine harte Nuss, keine große Aufgabe, sondern einfach ein Kamikaze-Kommando. Kamikaze-Jobs begegnen einem in der PR-Welt, und ich denke in der restlichen Welt, immer wieder. Ich hab ja einen Hang dazu, sie anzunehmen. Weil ich es sportlich nehm’, von der PR als Disziplin und freilich auch meiner Expertise überzeugt bin. Nona...sonst tät ich ja was Anderes. Ich muss mir allerdings eingestehen, dass Kamikaze-Jobs selten von Erfolg gekrönt waren, denn sie sind das programmierte Scheitern. Der CEO, der von PR nichts hält, die Führungsetage, die alle kritischen Infos dem Pressesprecher verweigert, der Finanzer, der in dir nur das Einsparungspotenzial sieht – du wirst sie nicht missionieren...bevor man bei den richtigen argen Jobs gleich lauthals „hier“ schreit, sollte man mal vielleicht doch eine Runde drüber schlafen...sonst wird aus dem vermeintlichen Traumjob fürchterlich schnell ein Albtraum...Und btw: Good luck der neuen Sprecherin im Weißen Haus!

 

Generation "Popstar Politiker" - wie Justin Trudeau und Sebastian Kurz alte Polit-Klischees aufbrechen

Wir haben so unsere Vorstellung von Berufsgruppen...jeder hat ein Bild vor seinem Auge, wenn er an die Volksschullehrerin, den Richter, den IT-Nerd oder den Werbe-Fuzzi denkt.  Der gemeine Politiker – gemein steht in dem Zusammenhang für üblich nicht für böse – ist eher älter, trägt ein stattliches Bäuchlein, schlechtsitzende Anzüge, eine Stirnglatze und eine Brille...Cut...Das war einmal. Im Sturm erobern die jungen, agilen, sportlichen Jungs die Bühne der Weltpolitik. Sie verlassen die üblichen ausgetretenen Pfade, ignorieren gern die Ratschläge von Politik-Beratern und machen einfach ihr Ding...dynamisch, neu, frech, fesch, flirty, mutig. So teilt sich Kanadas Premier Justin Trudeau nicht nur den Vornamen mit seinem Landsmann Justin Bieber – denn sie sind beide Popstars. Au ja, wir sind in der Generation „Popstar Politiker“ angekommen! Und genau sie bringen den lang ersehnten frischen Wind in die veraltete, verkrustete, graue Politik. Was daraus wird? Wissen wir nicht – aber vom One-Hit-Wonder zum Megastar ist alles drin!

 

 

Antworten oder Botschaften? - über den ewigen Kampf im Interview

Die einen wollen ihre Fragen beantwortet wissen, die anderen wollen ihre Botschaften setzen. Im Interview prallen diese zwei Welten aufeinander. Der versierte Interview-Partner, insbesondere der gewiefte Politiker kennt das Spiel nur zur Genüge und beherrscht es souverän: Es ist ihm ziemlich gleich, welche Fragen ihm gestellt werden, er setzt einfach seine Botschaften. Was soll denn passieren, außer, dass der Journalist sagt, „Sie haben meine Frage nicht beantwortet“ und er darauf dies verneint und meint, er hätte es sehrwohl getan. Für den Zuseher ist das Spiel mitunter bedingt komisch...oder interessant...oder informativ...was halt ein Interview per se sein sollte. Niemand will die Phrasen-Drescher hören, niemand braucht ge-mainstreamte Weichspüler-Antworten. Aber anstelle von Entgegenkommen passiert oftmals das Gegenteil: Die Interview-Partner entfernen sich mehr und mehr voneinander. Die Fragen werden schärfer, provokanter, angriffiger und die Antworten werden weicher, unangreifbarer und inhaltsleer. Wie lösen wir das Dilemma: Soll der Interviewpartner die Vorbereitung, das Wording und das Messaging sein lassen und wieder einfach Fragen beantworten? Oder sollte man nicht einfach wieder ein Gespräch führen, ein Gespräch, und keinen Kampf aus dem ein Sieger hervorgehen muss?   

 

Born on the 4th of July - Warum die Gründerväter wahre PR-Genies sind

Man könnte sie als die 1. PR-Kampagne bezeichnen. Sie kommt selbstverständlich aus dem Mutterland der PR. Die Strategen hinter der Kampagne waren PR-Genies – bekannt auch als die Gründerväter. Der Kampagnen-Start war in etwa 1770. Und wie die meisten guten und erfolgreichen Kampagnen hat das Erreichen des Ziels ein bisschen gedauert...etwa sechs Jahre...als am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. Auf diesem Wege haben sie – aus PR-Sicht – absolut Alles richtig gemacht: Sie haben eine Bewegung formiert – ja, das mit der Bewegung hören wir derzeit immer öfter in den Nachrichten. Die Bewegung wurde über die gesamte Kampagnen-Periode stets informiert und motiviert. Es gab richtig Action, wie die Boston Teaparty. Perfekte Inszenierung, denn was stand und steht mehr für die britische Nation als Tee? Diese Bilder transportierten sensationell das Anliegen. Das Messaging war konsistent. Es wurde immer auf die Kernmessage hingewiesen: „no taxation without representation“ und sie hatten den langen Atem, den jede gute PR-Kampagne braucht. Vielleicht sollten wir am 4. Juli auch künftig ein Branchenfest feiern und die erste PR-Kampagne der Welt zelebrieren?

 

 

Die Unberechenbaren - über perfektes Timing, reinen Zufall und das Quäntchen Glück

Diese Story wird fliegen: Content bis zum Abwinken, in perfektem Storytelling verpackt, echten Newswert ausgearbeitet. Alles einfach richtig gemacht. Die Coverage ist gesichert, die Medien-Clippings, Postings und Anfragen werden nur so reinprasseln...Nein, nicht unbedingt. Denn neben all der Professionalität in der Aufbereitung der Geschichte gibt es einen weiteren Faktor, der ein richtiger Spielverderber werden kann: Das Timing! Ja, wir können den Redaktionsschluss recherchieren, die Liste mit Sonderthemen erstellen, einfach unsere Hausaufgaben in Sachen perfektes Timing machen, und dann war’s noch immer der falsche Zeitpunkt. Die Medienlandschaft ist lebendig, es ist nicht alles rational und berechenbar. So viele Faktoren können zum Erfolg oder Misserfolg führen: Breaking News, die alle Redaktionspläne durcheinander würfeln und von einer Sekunde auf die andere die sozialen Medien beherrschen, die Laune oder das persönliche Interesse des Chefs vom Dienst...im richtigen Moment am richtigen Ort sein, ist Teil des Erfolgs...Glück gehört eben auch dazu...und Glück ist irgendwie unberechenbar...

Das Zugpferd - damit aus dem Showact nicht der Showstopper wird

Manchmal gibt es Dinge, die sind per se nicht wahnsinnig aufregend. Zu alltäglich, zu wenig Newswert, zu banaler Content... Das macht uns PR-Pros das Leben nicht rasend leicht. Denn bei diesen Geschichten nutzen keine Storytelling-Skills, überbordender Charme oder kreative Platzierungs-Ideen, um die gewünschte Coverage zu erlangen. Aber wir geben nicht auf und suchen einen Magic Moment, einen Aufhänger...ein Zugpferd muss her! Das Zugpferd soll den nötigen Glamour verleihen...das Zugpferd wird der Aufhänger...das Zugpferd wird die Blicke, die Fotografen und Kameras auf sich ziehen! Ja, das funktioniert. Nur ganz unproblematisch ist dies nun auch wieder nicht. Denn: Was ist, wenn nur ausschließlich vom Zugpferd berichtet wird und der eigentliche Inhalt, den wir doch nur aufputzen wollten, irgendwie nicht mehr vorkommt?. Dann wird flux aus dem Showact der Showstopper. Das muss aber nicht sein...denn wenn das Zugpferd zum Unternehmen, zur Message, zum Event passt, dann kappt’s auch mit der Coverage – für alle.

 

 

Allmächtige PR? - Es geht nicht um Alleinherrschaft, sondern um das Zusammenspiel

Nach 20 Jahren in der Branche bin ich schon wahrlich skurrilen Vorstellungen von PR begegnet. Da gab’s einst die Zielvorgabe, für jeden Zeitungsartikel müssen 30 Anrufe mit Produktanfragen eingehen. Gegenfrage: Wie oft hast du schon mal bei einer Firma angerufen, wenn du etwas über ein Produkt in einer Zeitung gelesen hast? ... Eben. Nein, PR ist nicht allmächtig. Nein, PR kann nicht Business Development, Sales und Marketing ersetzen. PR macht Image. PR bietet Wissen, Hintergrundwissen über Produkte, Unternehmen und ihre Manager. Mit diesem Wissen wächst das Vertrauen in die Marke. Das sind die Kernaufgaben der PR. Jede Disziplin hat seine Rolle, seine Aufgabe. Das perfekte Zusammenspiel macht schlussendlich den Erfolg aus. Ein potenzieller Kunde muss mit einem neuen Produkt drei Mal in Kontakt kommen, bis er richtig darauf aufmerksam wird und es kauft. PR kann ein Kontaktpunkt sein – aber nicht alle drei. PR ist nicht allmächtig – weil wenn es so wäre, wären wir mächtig unterbezahlt. 

Der gescholtene Politiker - Was muss man sich eigentlich von Medien gefallen lassen?

Sie werden parodiert, sie werden kritisiert, sie werden karikiert. Ein kleines Missgeschick und sie werden wie die sprichwörtliche Sau durchs mediale Dorf getrieben. Im schlimmsten Fall landen sie auf der Anklagebank der ZiB2, wo mitunter die Gesetze, die Sorgfaltspflicht und der gute Ton nicht ganz vorne auf der Prioritätenliste stehen. Kein Mörder, kein Manager, kein Künstler, kein Sportler und sonst irgendjemand im Mittelpunkt des medialen Interesses muss so viel aushalten und einstecken können wie de Spezies des Politikers. Ja, sie müssen ihre Arbeit vor dem Souverän verteidigen. Ja, sie sind dem Volk eine Rechtfertigung fürs großzügige Ausgeben der Steuergelder schuldig, und ja, die Menschen da draußen haben nicht die Möglichkeit, selbst die Fragen an ihre Politiker zu stellen und der Journalist muss damit die Rolle des Staatsanwaltes übernehmen. Nur wenn dann aus dem Staatsanwalt im gleichen Moment der Richter wird, dann gerät das ganze Ding in eine Schieflage und ein Interview wird ganz schnell zur Mission impossible. Und wenn man nicht Tom Cruise heißt, kommt man da höchstwahrscheinlich nicht lebendig heraus. Also darf man schon die Frage stellen: Was muss sich ein Politiker von Medien gefallen lassen?

Agent Provocateur - Provokation als Methode in der Kommunikation

Unser Weltall-Springer und Berufs-Dare-Devil hat es wiedermal geschafft: Er hat perfekt die Rolle des Agent Provocateur gespielt. Kaum einer – naja vielleicht noch unser Volks-Rock’n’Roller – beherrscht dieses Genre so gut wie er. Mir taugt das, ehrlich gesagt. Weil es hier nicht um den Inhalt geht, es geht einzig und allein um die Provokation als Methode in der Kommunikation. Der Inhalt ist sekundär. Zum Provozieren braucht es Mut. Denn Provozieren bedeutet, dass man eine ziemlich dicke Elefantenhaut braucht, weil der Shitshort wird einem gehörig um die Ohren blasen. Und der gute Felix unterstreicht damit seine Kern-Eigenschaft...diejenige, für die er stehen möchte...auch noch Jahre nach seinem letzten mehr oder weniger waghalsigen Abendteuer: Mut. Und deshalb großer Applaus. Sie sind wieder alle auf seine Provokation hineingefallen und in wenigen Wochen weiß niemand mehr, was diesmal das Thema war. Alles, was übrig bleibt: Der Typ ist mutig...Gotcha! 

Wie im Bilderbuch - über meine schöne heile Welt auf Instagram

Ich konsumiere richtig viele Medien...irgendwie logisch bei meiner Profession...ich werd ja fürs Zeitunglesen bezahlt, wie böse Zungen meinen. In letzter Zeit mach ich das immer weniger gern. Warum? Weil ich ganz schlecht mit der überbordenden Negativpresse zurecht komme. Die ZiB 1, Die Presse und Der Standard sind voll von Syrienkrieg, Terror-Attacken in St. Petersburg, in Stockholm, Zankereien in der Bundesregierung. In den Wirtschaftsmedien ist die Stimmung nicht viel besser, die Roboter nehmen uns die Arbeit weg, Artificial Intelligence übernimmt die Macht. In meinem Facebook-Newsfeed kommen in Echtzeit die neuesten Schauermeldungen hinein. Man muss schon eine wahre Frohnatur sein, um da nicht depressiv zu werden und zur Jack Daniels-Flasche zu greifen. Ganz anders dagegen ist die schöne heile Welt auf Instagram. Eine wundervolle Parallelwelt tut sich hier auf...ich folge Ultraläufern aus San Diego, Bergsteigern aus den Dolomiten, Aussteigern auf ihren Weltreisen, Sportbrands, die neue Leggins, Shorts, Shirts & Running-Shoes auf den Markt und an den Mann bringen wollen. Ein Wow-Effekt jagt den nächsten. Lauter lachende Gesichter. Menschen, die ihre Milage posten, ihre Overnight-Oats zubereiten und ihr neues Tattoo stolz präsentieren. Und genau dafür liebe ich dieses Medium, es zeigt die schöne Seite dieser Welt...schonungslos...bedingungslos...eben wie im Bilderbuch <3 <3 <3 

#simplicity - Kommunikation wird immer einfacher und warum das so schwierig ist

„Kannst du mir das in drei Sätzen runterbrechen“...Was heißt das im Klartext?...Was ist die Essenz?...die ausführlichen Beschreibungen und Berichte in epischer Breite wurden schon lang durch Management-Summaries & Co ersetzt. Mit dem Siegeszug der sozialen Medien ist die Entwicklung noch einen Schritt weitergegangen und fordert uns Kommunikatoren erneut heraus. Der Leser – falls Leser hierfür noch das richtige Wort ist – will auf einen Blick, am besten in einem Wort die Message geliefert bekommen. Jetzt heißt’s die Geschichte in 140 Zeichen, in einem Bildtext, einem Facebook-Post oder in einem Instagram-Hashtag unterzubringen. In einem Hashtag die Story erzählen? Puh, nicht so leicht...aber nicht unmöglich...Wir müssen nur das machen, was wir immer schon gemacht haben: simplifizieren...die Story eindampfen...die richtigen Worte...pardon: das richtige Wort finden...und einen Hashtag davor setzen...#longstoryshort